Das Ein-Ofen Holzhaus  
     
 

Wir stellen gegenwärtig einen auffälligen und starken Trend hin zum "Ein-Ofen-Haus" fest, also zu Einfamilienhäusern, die von einem einzigen Holzofen beheizt werden- ohne einen einzigen Radiator. Diesen Trend finden wir bemerkenswert, weil er die Sicht aufs Thema Bauen und Wohnen ganz tiefgreifend verändert.

Das bekannte Bild ist ja, dass sich Leute auf dem Weg zu ihrem Haus sehr intensiv -und oft im Konflikt- mit baulichen Detailfragen beschäftigen: Die Art der Keramikplatten, Art des Bodens, Anzahl Zimmer, Anzahl Nasszellen, Beschaffenheit der Küchenfronten und so weiter.

Bei einem "Ein-Ofen-Haus" steht hingegen die Einfachheit und die Reduktion aufs Wesentliche von Beginn weg im Vordergrund - und wir stellen fest, dass die bauwilligen Familien von Beginn eine andere Sichtweise entwickeln: Es entsteht ein viel sinnlicherer Zugang zum Thema Wohnen; der Ofen ist nicht mehr bloss eine Heizung, sondern steht als Quelle der Behaglichkeit im Zentrum. Entscheidend für diesen Trend ist selbstverständlich, dass moderne "Ein-Ofen-Häuser" keinen Verzicht auf Komfort nach sich ziehen: Ist das Haus konsequent richtig konzipiert, lässt es sich mit sehr kleinem Zeitaufwand behaglich warm halten.

Vor dem Hintergrund der langjährigen Fehlentwicklungen im Wohnungsbau ist der Trend hin zum "Ein-Ofen-Haus" besonders bemerkenswert. Vielerorts ging der Bezug zu natürlichen und somit gesunden Baumaterialien verloren. Das Einfamilienhaus wurde primär zum Statussymbol - und war nicht mehr primär der Ort der Wärme und Geborgenheit für die eigene Familie.

In Familien, die sich für ein "Ein-Ofen-Haus" entscheiden, stellen wir fest, dass sie das Schlichte und Echte ganz stark gewichten. Das befähigt sie dann auch, während der ganzen Bauzeit das Wesentliche in den Vordergrund zu stellen.

Man kann den Trend auch ganz unbescheiden deuten: Die steigende Anzahl von "Ein-Ofen-Häuser" ist ein griffiger Beleg dafür, dass sich in der Gesellschaft der Wunsch nach gesundem, natürlichen, zukunftsweisendem Wohnen entscheidend verstärkt hat. Und weil die Art, wie wir wohnen, die Gesamtgesellschaft durchaus prägt, sehen wir darin eine sehr spannende Entwicklung.